Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen

 

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Die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen (EAK) (nicht zu verwechseln mit der Evangelsich-reformierten Kirche , zu der sie heute jedoch ein freundschaftliches Verhältnis hat) ist eine. Sie hat den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes mit Sitz in Bunde. Sekretär der Synode ist Pastor G. Schrader (2006).

 

Zur Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen gehören heute 14 Gemeinden mit ca. 7.000 Gemeindegliedern. Sie ist heute mit anderen reformierten Kirchen bzw. Gemeinden in Deutschland und weltweit verbunden. So gehört sie z.B. zum Reformierten Bund, dem "Dachverband" aller reformierten Kirchen und Gemeinden und durch ihre Verbundenheit mit der Protestantse Kerk in Nederland (vormals Gereformeerde Kerken in Nederland) auch im "Ökumenischen Rat der Kirchen" präsent. Ferner arbeitet sie in der "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen" (ACK) in Niedersachsen mit.

 

Geschichte

 

Die Evangelisch-altreformierten Gemeinden entstanden ab1838 in der Grafschaft Bentheim und ab 1854 in Ostfriesland aus den dortigen reformierten Gemeinden. Grund waren die liberalen Strömungen in der Theologie der reformierten Gemeinden, mit denen sich viele Gemeindeglieder nicht anfreunden konnten und sich daher von ihren Gemeinden absonderten. Den Anfang machte die Gemeinde Ulrum, die sich von der reformierten Kirche am 13. Oktober 1834 trennte. Ihr Pastor Hendrik de Cock wurde zum Führer der in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim nach ihm benannten ?kokschen? Abscheidungsbewegung.

 

Die Spaltung war mit nicht unerheblichen Problemen verbunden. Bald schon waren es so viele Gemeinden, dass sie den Antrag auf Anerkennung als eigenständige Kirche stellten, dem jedoch zunächst nicht zugestimmt wurde. Die altreformierten Gemeinden, inzwischen auch ohne staatliche Anerkennung als "altreformierte Kirche" bezeichnet, pflegten weiterhin den für reformierte Gemeinde üblichen Psalmengesang. Ihre Pfarrer wurden in Emden ausgebildet.

 

In den folgenden Jahrzehnten näherte sich die altreformierte Kirche der benachbarten niederländischen Kirche an, deren Bekenntnisse quasi zu "altreformierten" Bekenntnissen wurden. Sie gipfelte 1923 im "vorläufigen Anschluss" der Kirche an die Gereformeerde Kerken in Nederland (GKN), die bis zum 1. Mai 2004 andauerte. Seit 1923 wurden die Pfarrer in den Niederlanden ausgebildet. 1936 führte die Altreformierte Kirche ein eigenes Gesangbuch ein. Seit 1970 benutzt sie dasselbe Gesangbuch wie die Evangelisch-reformierte Kirche.

Erst nach Ende des 2. Weltkrieges erfolgte die lang ersehnte staatliche Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts zum 13. Oktober 1950. 

 

Theologie

 

Die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen ist bewusst eine Bekenntniskirche. Ihre theologischen Grundlagen sind der Heidelberger Katechismus und die niederländischen reformierten Bekenntnisse (Confessio Belgica und Dortrechter Lehrsätze.

 

Sie wurde nicht von Theologen, sondern von Gemeindegliedern gegründet. Die einzelnen Gemeinden sind relativ selbständig, so dass es auch gewisse Unterschiede in Lehre und Praxis geben kann.

 

Betont wird die Mündigkeit und Überschaubarkeit der Ortsgemeinde.

 

 

Verwaltung und Organisation

 

Die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen ist presbyterial-synodal strukturiert, d.h. sie wird von der Basis her verwaltet, es gibt also keinen Bischof oder Kirchenpräsidenten.

 

Daher ist die örtliche Gemeinde grundsätzlich für ihre eigenen Angelegenheiten allein zuständig. Sie wird durch den Kirchenrat, zu dem der Pastor, die Ältesten (auch Presbyter genannt) und die Diakone gehören, geleitet. Diese werden von den Gemeindegliedern gewählt, wobei der Pastor auf Lebenszeit, Älteste und Diakone auf meistens vier Jahre gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle konfirmierten Glieder einer Gemeinde.

 

Der Kirchenrat ist das höchste Organ der Gemeine. Er entsendet jeweils für drei bis sechs Jahre zwei oder drei Vertreter in den übergeordneten Synodalverband und in die Synode, quasi dem "Parlament" der Evangelisch-altreformierten Kirche. Vorsitzender der Synode ist der Präses, derzeit Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker.

 

Kirchenräte, Synodalverbände und Synode leiten die Kirche presbyterial - synodal. Jeder Kirchenrat entsendet zwei oder drei Vertreter in den Synodalverband und in die Synode. (P. Dr. G.J. Beuker, 5. November 2005)

 

 

Gemeinden

 

Ostfriesland

  • Campen, gegründet 1854
  • Emden, gegründet 1856
  • Bunde, gegründet 1858
  • Ihrhove, gegründet 1860
  • Neermoor, gegründet 1861

 

Grafschaft Bentheim

  • Uelsen, gegründet 1838
  • Bad Bentheim, gegründet 1840
  • Emlichheim, gegründet 1845
  • Wilsum, gegründet 1848
  • Veldhausen, gegründet 1849
  • Laar, gegründet 1885
  • Nordhorn, gegründet 1911
    • Filialgemeinde Brandlecht, gegründet 1911
  • Hoogstede, gegründet 1953 (vorher zu Emlichheim)

 

Sonstige Gemeinden

  • Niederländisch-reformierte Gemeinde Wuppertal, gegründet 1847, erst seit 1983 Mitglied der Evangelisch-altreformierten Kirche

 

 

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Altreformierte)

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